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Das neue Fehraltorfer Zentrum wird konkret

Von Raphael Brunner. Aktualisiert am 27.01.2012

Ein neuer Migros-Laden, eine Kantonalbank-Filiale und zwei Mehrfamilienhäuser – die Überbauung «Im Grund» wird das Ortsbild von Fehraltorf verändern. Während die Planer von einer Begegnungszone reden, befürchten Anwohner ein Verkehrschaos.

Das neue Zentrum mit den Filialen der Migros und der Kantonalbank, von der Kempttalstrasse aus gesehen. (Visualisierung: zvg)

Das neue Zentrum mit den Filialen der Migros und der Kantonalbank, von der Kempttalstrasse aus gesehen. (Visualisierung: zvg)

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Fehraltorf verändert sich. Mit der Überbauung «Im Grund» schlägt sich der Wandel vom Bauerndorf zum urbanen Vorort auch im Ortsbild nieder. Ein neuer Migros-Laden, eine Filiale der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und zwei Mehrfamilienhäuser lassen die letzte grüne Wiese im Ort verschwinden – es entsteht ein neues Dorfzentrum.

Seit Montag stehen an der Grundstrasse die Bauvisiere. Am Freitag informierten die Bauherren Ernst, Urs und Christian Wagner die Anwohner über die konkreten Pläne: Das neue Zentrum vis à vis der Coop-Filiale besteht aus einem vorderen, gegen den Kreisel gerichteten Gewerbe-Teil und einem hinteren Wohnbereich, der an die bereits bestehenden Häuser an der Hinteren Grundstrasse anschliesst. Dazwischen erfolgt die Einfahrt zur Tiefgarage sowie ein Fahrweg zu den Liegenschaften an der Russikerstrasse 1. Geplanter Baubeginn ist im Spätsommer dieses Jahres, mit der Eröffnung rechnen die Bauherren im November 2013.

Neue Migros doppelt so gross

Die neue Migros-Filiale wird etwa doppelt so gross sein wie die alte an der Bahnhofstrasse. «Wenn die Bevölkerung wächst, will auch die Migros wachsen», sagte Urs Baumgartner, Projektleiter Baumanagement der Migros. Die Möglichkeit zur Ladenvergrösserung sei der Hauptgrund für den Umzug gewesen – neben der Lage im Dorfzentrum. Ähnlich tönt es von Seiten der ZKB: Auch dort genügte die alte Liegenschaft an der Kempttalstrasse den eigenen Anforderungen nicht mehr, wie Rolf Rufer, Leiter Marktgebiet Zürcher Oberland betonte.

Die Anfahrt zum neuen Zentrum erfolgt über die Grundstrasse – für Kunden und Zulieferer. Dabei fahren die Lastwagen rückwärts an die Lade-Rampe neben der Tiefgarageneinfahrt heran. Um Lärm für die Anwohner zu vermeiden, schliesst ein Schiebetor die Anlieferstation währen des Entladens ab.

Trotzdem regen sich zu diesem Punkt kritische Stimmen: «Wenn die Lastwagen zuerst anhalten und dann rückwärts in die Halle hineinfahren müssen, blockieren sie die ganze Strasse und es gibt einen Riesenstau», meint eine Anwohnerin. Das sei aber nur drei bis vier Mal pro Tag der Fall, wendet Urs Baumgartner von der Migros ein. «Mehr Lastwagen kommen nicht.» Ausserdem seien die Anlieferungen auf die Zeit beschränkt um halb Sieben Uhr morgens. Die Frau gibt sich aber nicht zufrieden: «Genau dann beginnt doch der Berufsverkehr.»

Anfahrt in der Kritik

Generell zeigen sich die Anwohner eher skeptisch gegenüber der geplanten Führung des Verkehrs: Immer wieder kommen sie auf die Situation nach der Kreiseleinfahrt zu sprechen – wo die Strasse die jeweiligen Vorplätze der neuen Überbauung sowie beim heutigen Coop-Parkplatz quert. Die Gestaltung dieses Bereichs ist jedoch Sache der Gemeinde.

Bei der Planung befindet man sich erst in der Phase Vorprojekt. «Die Gemeinde und die Bauherren des neuen Zentrums arbeiten aber eng zusammen, um eine ganzheitliche Lösung zu finden», sagt Stefan Bosshart vom Planungsbüro Forster und Linsi AG.

Die Rede ist von einer sogenannten Begegnungszone und einer Ko-Existenz von Fussgängern, Velofahrern und Automobilisten. Dafür wird die Strasse im Bereich des Eingangs zur Migros und zur ZKB auf die Höhe der Trottoirs angehoben, die Fussgängerstreifen kommen weg, es soll «gegenseitige Rücksichtsnahme herrschen», so Bosshart. Ausserdem regt Urs Baumgartner die Errichtung einer neuen Bushaltestelle beim Kreisel an: «Das neue Zentrum sollte unbedingt auch über den öffentlichen Verkehr erschlossen werden.»

Vorwiegend positives Echo

Bezüglich Verkehr sind noch einige Fragen offen – sonst aber freuen sich die meisten Anwohner auf das neue Zentrum. «Ein schönes Projekt», meint ein Mann stellvertretend für viele. Stören wird hingegen der Baulärm. «In unserem Quartier wurde in den letzten Jahren viel gebaut», findet eine Frau. «Der dauernde Lärm ist der Preis den wir bezahlen für das stetige Wachstum des Dorfes.» (ZO/AvU)

Erstellt: 27.01.2012, 21:24 Uhr

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Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 5222
Einwohner pro km2 549.7
Einwohner Entwicklung 15.1
Wanderungsgewinn 6.4
Geburtenüberschuss 7.6
Ausländeranteil 15.2%
Anteil Einwohner 0-19 26.1%
Einwohneranteil 20-64 66.3%
Einwohneranteil 64+ 7.7%
Anzahl Privathaushalte 1889
Anzahl Personen pro Haushalt 2.4

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 88,6%
Zweithäufigste Italienisch 2,6%
Dritthäufigste Albanisch 1,9%

Fläche

Fläche 9.5 km2
Anteil Siedlungsfläche 15.9%
Anteil Landwirtschaftsfläche 55.8%
Anteil Wald und Gehölze 27.3%
Anteil unproduktiver Fläche 1.1%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 16%
Sekundarstufe II 55.5%
Tertiärstufe 24.4%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 82.4%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 2.58%
Beschäftigte im 1. Sektor 153
Beschäftigte im 2. Sektor 884
Beschäftigte im 3. Sektor 1472
Betriebe im 1. Sektor 31
Betriebe im 2. Sektor 78
Betriebe im 3. Sektor 192

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.59
Wohneigentumsquote 41.7%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 8.4
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 0.93%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 23.7%
Privatwagenbenutzer 47.2%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 69%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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