Handy-Parksystem nicht gefragt

Von Raphael Brunner. Aktualisiert am 19.01.2012

Das Parkticket per Handy bezahlen – was im Ausland zum Alltag gehört, stösst im Oberland noch auf Skepsis. In Fehraltorf ist ein Projekt gescheitert, weil keine andere Gemeinde mitmachen wollte.

Der Handy-Service war nicht rentabel: Fünf Jahre lang konnte man bei der Kirchgasse und in der Luppmen das Parkticket per SMS lösen – in Zukunft führt auch in Fehraltorf wieder kein Weg am Parkautomaten vorbei. (Bild: Imre Mesterházy)

Der Handy-Service war nicht rentabel: Fünf Jahre lang konnte man bei der Kirchgasse und in der Luppmen das Parkticket per SMS lösen – in Zukunft führt auch in Fehraltorf wieder kein Weg am Parkautomaten vorbei. (Bild: Imre Mesterházy)

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Die Gemeinde Fehraltorf hat sich verschätzt: «Wir dachten, dass unser Handy-Parksystem auch für andere interessant wäre», sagt Gemeindeschreiber Marcel Wehrli. Dem war aber nicht so. Weil die Bezahlung per Handy nur ab einer gewissen Menge an Parkplätzen rentabel betrieben werden kann, muss Fehraltorf sein Pionierprojekt darum nach fünf Jahren wieder einstellen – trotz positiven Reaktionen aus der Bevölkerung.

Kein Bedarf vorhanden

Die anderen Gemeinden der Region sehen aber keinen Grund, ebenfalls ein Handy-Parksystem einzuführen. «Das Verhältnis von Nutzen und Aufwand stimmt für uns nicht», sagt Jörg Ganster, Abteilungsleiter Sicherheit der Stadt Uster. Nicht nur müssten überall zusätzliche Schilder aufgestellt werden, um auf das Angebot aufmerksam zu machen – auch die Kontrolle durch die Polizei wäre aufwendiger. Bei neuen Parkfeldern werde man die Bezahlung per Handy aber nochmals prüfen.

Fehraltorf als Mahnung

Ähnlich argumentieren Gansters Amtskollegen aus den anderen Gemeinden: «Bisher konnten wir in der Bevölkerung kein Bedürfnis feststellen, das den Aufwand rechtfertigen würde», so Andreas Zanni von der Stadt Illnau-Effretikon. Ebenso tönt es aus Pfäffikon und Wetzikon, wo man das Beispiel Fehraltorf auch als Warnung betrachtet. Der dortige Gemeindeschreiber Wehrli hält aber fest: «Je mehr Gemeinden mitgemacht hätten, desto günstiger wären die Kosten für das Handy-Parksystem ausgefallen.»

Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Freitag, 20. Januar. (ZO/AvU)

Erstellt: 19.01.2012, 20:24 Uhr

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Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 5222
Einwohner pro km2 549.7
Einwohner Entwicklung 15.1
Wanderungsgewinn 6.4
Geburtenüberschuss 7.6
Ausländeranteil 15.2%
Anteil Einwohner 0-19 26.1%
Einwohneranteil 20-64 66.3%
Einwohneranteil 64+ 7.7%
Anzahl Privathaushalte 1889
Anzahl Personen pro Haushalt 2.4

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 88,6%
Zweithäufigste Italienisch 2,6%
Dritthäufigste Albanisch 1,9%

Fläche

Fläche 9.5 km2
Anteil Siedlungsfläche 15.9%
Anteil Landwirtschaftsfläche 55.8%
Anteil Wald und Gehölze 27.3%
Anteil unproduktiver Fläche 1.1%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 16%
Sekundarstufe II 55.5%
Tertiärstufe 24.4%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 82.4%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 2.58%
Beschäftigte im 1. Sektor 153
Beschäftigte im 2. Sektor 884
Beschäftigte im 3. Sektor 1472
Betriebe im 1. Sektor 31
Betriebe im 2. Sektor 78
Betriebe im 3. Sektor 192

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.59
Wohneigentumsquote 41.7%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 8.4
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 0.93%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 23.7%
Privatwagenbenutzer 47.2%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 69%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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