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Bibliotheken: Abwärtstrend gestoppt

Von Nadja Ehrbar. Aktualisiert am 19.02.2012

Sinkende Ausleihzahlen gehören bei den Illnau-Effretiker Bibliotheken der Vergangenheit an. 2011 war ein erfolgreiches Jahr.

Die Bibliothek in Illnau. (Archivbild: Kerstin Henggeler)

Die Bibliothek in Illnau. (Archivbild: Kerstin Henggeler)

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Die Illnau-Effretiker lesen wieder mehr. Zu diesem Schluss kommt, wer die Jahresberichte der städtischen Bibliotheken, die soeben erschienen sind, etwas genauer anschaut. 69'178 Medien gingen im vergangenen Jahr in Effretikon über die aufgewertete Bibliothekstheke. Das sind 1067 (1,6 Prozent) mehr als 2010.

Das freut Sabine Bergmann, Co-Leiterin der Bibliothek Effretikon: «Wir haben zugelegt, zwar nur minim, aber immerhin», sagt Bergmann gegenüber dem «Landboten». In den Jahren zuvor waren die Ausleihzahlen kontinuierlich zurückgegangen. 2007 lieh das Effretiker Bibliotheksteam noch 83'922 Medien aus. 2010 waren es 68'111 – ein Tiefpunkt.

Einen Grund für die Trendwende ortet Bergmann in der neuen Präsentation der Sachbücher. Während der Sommerferien haben die Bibliotheksmitarbeiterinnen die Bücher im Obergeschoss neu geordnet und besonders die Sachbücher für Jugendliche auffälliger – auf einem separaten Gestell – präsentiert. «Die Kinder haben begeistert zugegriffen», sagt Bergmann. Serien wie etwa die Ravensburger «Wieso? Weshalb? Warum»-Bücher seien sehr beliebt. Die Werke geben kindergerechte Antworten auf allerlei Fragen wie «Warum werden wir krank?».

Weniger Kassetten und CDs

Nicht bei allen Medien zeigen die Ausleihzahlen nach oben. In den Kategorien Belletristik Erwachsene, Comics, Tonkassetten und CDs sind sie gesunken. Es sei mittlerweile stark verbreitet, dass die Benutzer Musik und Filme vom Internet herunterladen würden, sagt die Bibliotheks-Co-Leiterin. Bei den Büchern sei dies aber noch kaum spürbar. «Das wird sich ändern», glaubt sie. Denn die heutigen Kinder wüchsen mit den elektronischen Medien auf und seien es gewohnt, damit umzugehen.

Die Bibliothek Illnau hat bei den Ausleihzahlen ebenfalls zugelegt, und zwar ungleich stärker als die Bibliothek Effretikon. Dies, nachdem die Ausleihen im Jahr 2010 regelrecht eingebrochen waren. «Wir wissen nicht, weshalb», sagt Bibliotheksleiterin Hanna Meier Haug. Eine Baustelle und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten hätten sicher dazu beigetragen.

Verhandlung über neue Räume

2011 gingen 25'600 Medien an die Bibliothekskunden, 2493 (10,8 Prozent) mehr als 2010. «Mit diesem Rekordergebnis konnten wir den Abwärtstrend stoppen und die Spitzenjahre 2008 und 2009 sogar übertreffen», hält die Bibliotheksleiterin in ihrem Jahresbericht fest. 2008 waren es 24'536, 2009 25'203 Medien. Und auch schon dieses Jahr seien die Zahlen erfreulich, so Meier Haug.

Dies ist umso erstaunlicher, als die Bibliothek, die noch immer im «Rössli»-Gebäude untergebracht ist, aus allen Nähten platzt. «Wir bräuchten doppelt so viel Platz», sagt Meier Haug. Nachdem der Gemeinderat das Geschäft «Neugestaltung Dorfplatz und Sanierung Gebäude Usterstrasse 23» zurückgewiesen hat, musste sich der Stadtrat auf die Suche nach neuen Räumen machen – auch auf Druck eines Postulats von Gemeinderat Samuel Wüst (SP) und sieben Mitunterzeichnenden.

In der Überbauung Station Illnau ist er fündig geworden. Die Verhandlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Über das Geschäft soll der Rat bis zu den Sommerferien entscheiden.

Eingeschränktes Angebot

Weniger Interesse zeigten die Illnauer Bibliothekskunden an den Sach­büchern und Hörbüchern für Erwachsene und an den Zeitschriften. «Unser Platzangebot ist beschränkt», sagt Meier Haug. Sie müsse darum jedes Jahr verschiedene Medien entfernen. Ein Grund, weshalb die Ausleihen in diesen Kategorien zurückgingen. Auch können die Bibliothekarinnen weitere Bücher nur gestaffelt anschaffen.

Trotzdem geben sie sich zuversichtlich, dass sie noch dieses Jahr umziehen und näher ins Zentrum rücken können. Denn schliesslich wollen sie ein «attraktiver Treffpunkt für die Bevölkerung» sein, wie Meier Haug im Jahresbericht weiter schreibt. (ZO/AvU)

Erstellt: 19.02.2012, 21:00 Uhr

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Kennzahlen Gemeinde

Bevölkerung

Einwohner 15208
Einwohner pro km2 601.1
Einwohner Entwicklung 6.4
Wanderungsgewinn 1.3
Geburtenüberschuss 3.4
Ausländeranteil 20.9%
Anteil Einwohner 0-19 20.1%
Einwohneranteil 20-64 66.7%
Einwohneranteil 64+ 13.2%
Anzahl Privathaushalte 6594
Anzahl Personen pro Haushalt 2.2

Wähleranteile in % (Nationalratswahlen)

Hauptsprache

Häufigste Deutsch 84,9%
Zweithäufigste Italienisch 4,3%
Dritthäufigste Albanisch 2,1%

Fläche

Fläche 25.3 km2
Anteil Siedlungsfläche 17.2%
Anteil Landwirtschaftsfläche 52.1%
Anteil Wald und Gehölze 29.4%
Anteil unproduktiver Fläche 1.3%

Bildungsstand (25-64-Jährige)

Ohne nachobligatorische Ausbildung 20.3%
Sekundarstufe II 54.4%
Tertiärstufe 21.2%

Arbeit

Erwerbsquote (15-64-Jährige) 82%
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 3.24%
Beschäftigte im 1. Sektor 293
Beschäftigte im 2. Sektor 1610
Beschäftigte im 3. Sektor 3148
Betriebe im 1. Sektor 73
Betriebe im 2. Sektor 156
Betriebe im 3. Sektor 488

Wohnen

Wohndichte (Bewohner pro Wohnraum) 0.58
Wohneigentumsquote 30%
Neu gebaute Wohnungen je 1000 Einwohner 2
Leerstehende Wohnungen in % des Wohnungsbestandes 0.91%

Mobilität

Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel 31.8%
Privatwagenbenutzer 41.3%
Wegpendler in andere Gemeinde in % der erwerbstätigen Einwohner 67.5%

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Website Statistik Schweiz

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