Deutscher Bundespräsident Christian Wulff tritt zurück
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Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff ist nach nur knapp 20 Monaten im Amt zurückgetreten. Das Staatsoberhaupt begründete dies am Freitag in Berlin mit dem nicht mehr vorhandenen Vertrauen.
Wulff sagte in seinem Amtssitz Schloss Bellevue, der Bundespräsident müsse sich «uneingeschränkt» seinen Aufgaben widmen können und vom Vertrauen der Bürger getragen werden
Dieses Vertrauen sei «nachhaltig eingeschränkt», deshalb könne er dieses Amt nicht mehr ausüben. Er trete von dem Amt zurück, um eine zügige Nachfolge-Regelung möglich zu machen.
Wulff unterstrich, er sei überzeugt, dass die rechtliche Klärung der Vorwürfe gegen ihn «zu einer vollständigen Entlastung führen wird». Er habe Fehler gemacht, sei aber immer aufrichtig gewesen.
Wulff war am 30. Juni 2010 ins höchste Staatsamt gewählt worden. Der Christdemokrat war zuvor sieben Jahre lang Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen.
Wegen Vorgängen aus dieser Zeit steht Wulff seit Wochen in der Kritik. Dabei geht es um die Inanspruchnahme eines günstigen Privatkredits über kostenlose Ferien bei wohlhabenden Freunden bis zur staatlichen Finanzierung von Lobby-Veranstaltungen.
Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Donnerstag beim Bundestag die Aufhebung der Immunität beantragt, um gegen Wulff wegen Vorteilsnahme und -gewährung ermitteln zu können. Es ist das erste Mal, dass die Justiz gegen das Staatsoberhaupt vorgeht.
(kes/sda)
Erstellt: 17.02.2012, 11:49 Uhr
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